Am 17. Januar 2026 feierte „Der Stern ohne Namen“ von Mihail Sebastian im Theaterhaus Rudi in Dresden seine lang erwartete Premiere – und wurde zu einem eindrucksvollen Theatererlebnis.
Regisseurin Marina Stroganova (Riga-Dresden) stellte in bemerkenswert kurzer Probenzeit eine Inszenierung auf die Bühne, die durch Reife, Sensibilität und künstlerische Geschlossenheit überzeugte. Unterstützt wurde sie von erfahrenen Künstler*innen des Theaters Expression (Kreativzentrum Omnibus), deren präzises Zusammenspiel den Abend trug.
Im Zentrum steht eine Liebe, die wie ein plötzlich aufloderndes Feuer zwei einsame Seelen erfasst – eine einzige Nacht, die das Leben der Figuren unwiderruflich in ein Davor und Danach teilt. Die Inszenierung findet für diese bittersüße Geschichte eine eigene Lösung: ein beinahe kompromisshaftes Happy End, das Trost spendet, ohne die Tragik zu leugnen.
Darstellerisch glänzte das Ensemble durchweg. Dimitri Krause als Grieg überzeugte mit markanter Präsenz, während Oleksii Dron dem Lehrer Miroiu eine berührende Mischung aus Verletzlichkeit und innerer Größe verlieh. Lubov Kliuchnukova setzte als Coucou lebendige Akzente, Andrey Zabrodin gab dem Maestro eindrucksvolle Kontur. Besonders hervorzuheben ist jedoch Marina Stroganova selbst in der Rolle der Mona: Mit feiner Emotionalität und großer Bühnenausstrahlung zeichnete sie das Bild einer Frau zwischen Sehnsucht, Hoffnung und schmerzhafter Erkenntnis.




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Die Dreiecksbeziehung, der Verrat und die kalte Entscheidung am Ende gestaltet die Regie mit großer Feinfühligkeit und Eindringlichkeit. Das Publikum erlebte die Aufführung sichtlich bewegt – Freude und Schmerz lagen spürbar im Raum, Tränen glänzten in manchen Augen. Kaum jemand blieb unberührt vom Schicksal Monas und Miroius, deren Sehnsucht nach Liebe universell und zeitlos wirkt.
Diese Premiere im Theater Rudi beweist eindrucksvoll, wie lebendig und berührend klassisches Schauspieltheater heute sein kann. Man darf sich auf die nächsten Aufführungen des „Sterns ohne Namen“ freuen.
Dieses Theaterprojekt wurde gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden

